Donnerstag, 6. März 2008
Die Bauverhandlung
Dann tippte der Bauamtsleiter der Gemeinde das, was ihm der Gebietsbauamtler diktierte in den Computer. Wir plauderten derweil mit dem Planer über dies und das. Schließlich war die Niederschrift fertig, alle unterschreiben. Habe die Ehre. Wiederschaun.
Jetzt haben die Anrainer zwei Wochen Zeit, berechtigte Einsprüche zu deponieren. Sollte aber nicht vorkommen, da wir uns ja an alle Vorschriften halten. Außerdem haben wir schon informell bei den direkten Anrainern vorgesprochen, damit die auch ein Gesicht zu den Namen haben.
Donnerstag, 28. Februar 2008
Die erste Schockwelle
- "Althäuslbauer", die in den frühen 90ern gebaut haben und sagenhaft geringe Schillingbeträge nennen
- Die Faustregel: 1.500EUR pro m2 Wohnfläche und 700EUR pro m2 Keller
- Der Irrglaube, die Personalkosten wären der größte Brocken am Häuslbauen, und den könnte man ja durch Eigenleistung leicht drucken
- Zahlen aus einem Buch, die aber so unglaublich hoch klingen... das kann doch nicht wahr sein
Man einigt sich auf Schätzungen, dann folgen die Anschläge. Aber hier kann man mit Matthias Schleim sprechen: beim ersten Mal tats noch weh. Und als dann der erste Voranschlag für die Fenster ohne Verhandeln bei 70% der erwarteten Summe liegt, kommt sogar eine kleine Freude auf. Um es auf den Punkt zu bringen: zu den ersten Schätzungen mußte ich 18% dazurechnen (und das ist keine Kleinigkeit!)
Wenig hilfreich ist dann auch, wenn gut meinende Zeitgenossen beim Betrachten des Plans die Augen aufreißen und völlig entsetzt feststellen, wie (unnötig) groß man doch baue. Bei der Planung und Kostenschätzung muß man auch bedenken, daß einige Kosten proportional mit der Wohnfläche (z.B. Estrich) steigen, andere wieder nur mit der Anzahl der Räume (z.B. Türen), wieder andere hängen auch von der Form der Räume ab (z.B. Kosten für die Zwischenmauern).
Wir haben eher große Räume, aber nur um 3 mehr als ein Standardfertighaus (angenommen mit WZ, Kü, 2x WC, Du, Bad, 2x Kind, Eltern, VR, AR). Für alle, die auch ans Bauen denken, kann ich von der Kostenseite zum jetzigen Zeitpunkt sagen (Kostenschätzung aufgrund von großteils Kostenvoranschlägen, kleinere Posten geschätzt)*:
- Wohnfläche: 1000-1100EUR/m2
- Keller + NGB: 500-550 EUR/m2
Setzt man dagegen ein Fertighaus, z.B. ELK Komfort 143 mit Keller, so zeigt sich:
- 141m2 WNFl., Keller ca. 85m2
- Grundpreis 87.000EUR
- Material für den Innenausbau in Eigenregie: 21.500EUR
- Keller: 32.800EUR
- Aufpreis für Sonderausstattungen um in etwa unserem Standard zu entsprechen (z.B. Lüftungsanlage): 33.200EUR
- Summe somit: 174.500EUR
- Wohnfläche: 950EUR/m2
- Keller: 475EUR/m2
Man sieht: der m2-Preis liegt nur mehr geringfügig unter unserem. Ist aber: nicht Massivbauweise, Rollläden statt Raffstore, bei Ausstattung ist teilw. Qualität nicht so gut.
Unterm Strich kommt bei exakt gleicher Ausstattung vermutlich ein ähnlicher Wert raus wie bei uns - mit dem Unterschied, daß es beim Fertighaus Kostensicherheit gibt, keine Überraschungen und der Rohbau in wenigen Tagen errichtet ist.
Also warum nicht Fertigteil? Warum? Darum!
* Darin enthalten: Planung, Gebühren, Anschlüsse, Aufschließung, Baust.Einrichutung, Rohbau Baumeisterarbeiten, Dachstuhl, Dach, Spengler, Fenster, Türen, Sanitär, Heizung, Lüftung, Elektro, div. Verkabelungen, Estrich, Innenputz, Fassade, Bäder + WC, Bödenbeläge
Nicht enthalten: Küche, Außenanlagen, Zaun, Carport/Garage
Mittwoch, 30. Januar 2008
Plan V3, fast fertig
- "Die Alten waren nicht dumm". Man sollte in Zeiten, wo jeder modern baut, auch auf die älteren Häuser schauen und auf die älteren Leute hören. Man muß das ja nicht umsetzen, aber zumindest überlegen.
- Offene Bauweise vs. Rückzugsbereiche: allzu offen und ohne Türen, die man schließen kann, ist insbesondere dann, wenn man Kinder hat, nicht günstig. Jeder will einmal seine Ruhe.
- Den Vorraum mit einer Tür von der Diele trennen.
- Auf finstere Ecken achten; bei Tag sollte man im Haus umherwandeln können, ohne Licht zu brauchen.
- Abstellräume oder Speis vergißt, wer noch nie einen Haushalt geführt hat. Optimalerweise pro Geschoß einen Abstellraum.
- ein wenig im Plan die Ausführung mitbedenken, diverse Ecken und Niveauunterschiede können aufwendig sein
- Für sich selbst bauen, nicht aus Repräsentationszwecken, um andere zu beeindrucken
Montag, 28. Januar 2008
Häuslbauermesse in Mattersburg - Naja
Dann waren auch Aussteller, die eher auf den Jahrmarkt gehören, als auf eine Häuslbauermesse (z.B. Küchenmesserverkauf á la Teleshopping, Schuhputzmaterial).
Vermißt haben wir z.B. Dächer, Lüftungsanlagen, Lehmputz etc.
Naja, immerhin konnten wir einen Zentralstaubsauger besichtigen, und einige Jacuzzi. Und 2 Stunden Zeit haben auch ausgereicht. 4EUR Eintritt nehmen die übrigens von Besuchern.
Sonntag, 13. Januar 2008
Der erste Planentwurf
Jedenfalls haben wir, wie warhscheinlich jeder, selbst auch ein bißchen Plan gezeichnet, diesen Entwurf aber bald in die Schublade gelegt. Stattdessen haben wir unsere Wünsche und Vorstellungen auf 4 Seiten Papier in Textform gebracht. Damit haben wir unseren Planer dann alleine gelassen.
Der Entwurf, bereits fesch in 1:100 ausgefertigt, hat mal nicht schlecht ausgesehen. Aber die Gesamtgröße von 260m2 hat uns dann nachher doch einen gehörigen Schrecken eingejagt. Denn der Planer hat, einmal abgesehen von einer großzügigen Diele und nicht bescheidenen Räumen, nichts anderes gemacht, was wir angeschafft haben. Also haben wir die folgende Idee ad acta gelegt:
Die ursprüngliche geplante Einliegerwohnung
In einer einschlägigen Zeitschrift haben wir was gesehen, was sich "Einliegerwohnung" nennt. Das ist eine separate Wohneinheit (eigener Eingang etc.) im Verbund mit dem eigentlichen Haus, früher als "Ausnahm´" bezeichnet. Da können dann entweder mal alte Kracher hausen, oder selbständige Jugendliche. Da wir aber beides nicht parat haben, stellt sich die Frage, ob man so etwas, doch aufwendiges, "auf Verdacht" errichten soll. Wir sind zu einem "Nein" gekommen.
Stattdessen genüngt ein Gästezimmer, und die Gesamtfläche soll doch etwas bescheidener sein, 200-220m2 sind eh noch immer nicht wenig.
Donnerstag, 6. Dezember 2007
Schnupperlehre auf Fremdbaustelle
Hier konnte ich schon u.a.: Rüttler fahren, Schalungen errichten, Aufmauern, Ziegel schneiden, Beton mischen, mit Dokaplatten arbeiten, Eisen binden, Stiegenschalung anbringen - alles unter fachmännischer Aufsicht.
Eigentlich dachte ich, daß sich im Baubereich - wie in vielen anderen Bereichen - alles auf den Kopf gestellt hat, aber die Hacke läuft um praktisch nichts anders als vor 10 Jahren. Vielleicht einmal abgesehen von neueren Baustoffen. Und auch der Schmäh auf Baustellen ist nicht anders wie seinerzeit, der Lehrbub wird sekkiert, und jedem Rock wird nachgepfiffen.
Was auch zu sehen ist, hängt mit der Auswahl der Immobilien beim Kauf zusammen: ein älteres Haus renovieren oder umbauen, das scheint gleich aufwendig wie neu bauen, wenn nicht teilweise sogar mühsamer. Es sind viele "Schrauferlarbeiten" nötig, die viel Zeit kosten.
Wir selbst warten inzwischen auf den Vorplan unseres Planers. Wir haben ihn mit einer 4-seitigen verbalen Beschreibung unseres Hauses und einigen Wünschen entlassen. Mal sehen, wie uns der Entwurf gefällt.
Sonntag, 18. November 2007
Häuslbauerseminare
Eigentlich sollte man ja schon vor Grundkauf so ein Seminar besuchen, da man dort gerade über die "verborgenen" Qualitäten eines Grundstückes etwas lernt. Aber andererseits ist dann alles andere, nämlich das Bauen oder die Gartengestaltung noch unabschätzbar weit weg. Tenor zum Grundkauf war aber: es gibt keinen billigen Grund, der günstig ist. Entweder ist er billig, oder er ist günstig (gelegen, ausgerichtet,...)
Ansonsten sind diese Seminare recht unterhaltsam gestaltet. Der Leiter der Gestaltungsakademie und Ko-Referenten brachten uns einige Themen zum Neubau näher, mit Fokus auf Umwelt- und Klimaschutz, aber auch Baurecht. Klar: unmittelbar danach stellt man sich die Frage, ob man jetzt nicht weniger weiß als zuvor, bzw. ob man sich nicht weniger sicher ist mit dem, was man sich bisher vorgestellt hat. Bei all den modernen Dingen ist meiner Meinung nach immer Augenmaß gefragt.
Erwähnen möchte noch, daß im Einleitungsbereich auf etwas ganz Wichtiges eingegangen wird, was Häuslbauer in ihrem Enthusiasmus gerne übersehen:
>>Man baut nicht für die Ewigkeit.<<
Denn: Eines Tages werden die Kinder ausziehen, dann ist das Haus zu groß. Dann werden Sie alt und gebrechlich, das Obergeschoß wird obsolet, so wie auch der Keller. Ihre Enkel reißen das Haus vielleicht wieder ab und müssen dann tief in die Tasche greifen, weil Sie: 1) alles so massiv gebaut haben, für 1000 Jahre, und das Abreißen ein Gewaltakt ist und 2) sie derart viel Chemie (für 1000 Jahre Haltbarkeit) verwendet haben, daß die Entsorgung einem Hazardlauf gleicht.
Denken Sie in kürzeren Horizonten. Und wer sagt denn, daß Sie das Objekt nicht doch vor Ihrem Ende veräußern wollen, weil Sie den Ruhestand in der Südsee zubringen...